Bericht des Wehrführers für das Jahr 2004
Liebe Feuerwehrkameraden,
meine Damen und Herren!
Nun der Bericht zum abgelaufenen Jahr aus Sicht der Aktiven. Dabei möchte ich mich auf das Wesentliche beschränken, denn im Gegensatz zum vorherigen Jahr, dass sehr bewegt war, war 2004 eher ruhig.
Bis auf wenige Ausnahmen haben wir uns monatlich zu einer Übung getroffen. Dank unseres mittlerweile stabilen Bestandes waren immer ausreichend Leute vorhanden, so dass auch im vergangenen Jahr keine Übung mangels Masse ausfallen musste.
Ich möchte an dieser Stelle wiederum die Gelegenheit nutzen und mich bei den Aktiven für ihre Engagement bedanken. Wenn möglich sind die meisten anwesend und auch außerhalb der Übungen immer ansprechbar. Ich bitte Euch, diesen Elan auch in der Zukunft beizubehalten .
Zur Abrundung des Bereichs Übungen bleibt noch zu erwähnen, dass wir im letzten Jahr aus Termingründen keine Abschlussübung durchgeführt haben. Sie ist für das nächste Wochenende geplant.
Entgegen den bisherigen Gepflogenheiten wird keine Übungsalarmierung mehr über die Sirene erfolgen.
Dies hat zwei Gründe. Ersten werden die Einwohner unnötig aufgeschreckt und zweitens versuchen die Aktiven, die nicht wissen das es sich um eine Übung handelt, möglichst schnell ans Gerätehaus zu kommen. Dabei können sie sich und andere im Straßenverkehr unnötig in Gefahr bringen.
Da, wie bei einer Freiwilligen Feuerwehr üblich, immer eine etwas andere Zusammensetzung anwesend ist, tauchen auch immer wieder leichte Mängel auf, so dass permanente Übungen unerlässlich sind.
Auch das Zusammenspiel mit anderen Wehren kann zu Problemen führen. Wir haben daher mit Funkübung mit Wengenroth durchgeführt, die recht gut verlief. In diesem Jahr werden weitere gemeinsame Aktivitäten mit anderen Wehren stattfinden.
Die Teilnahme an Lehrgängen ist unerlässlich und der Wille in der Freizeit an solchen Lehrgängen teilzunehmen ist glücklicherweise vorhanden, aber manchmal scheitert es auch an fehlenden Plätzen. So stehen für 2005 für unsere Wehr keine zur Verfügung.
Dass Übungen und Lehrgänge nicht umsonst sind, zeigte sich auch im vergangenen Jahr wieder. Glücklicherweise nur einmal und nicht wie 2003 gleich 7 mal.
Am 30. Juni, also am Pfingstsonntag ertönte gegen 10.30 Uhr die Sirene. Die Einsatzmeldung der Leitstelle lautete „Wohnungsbrand in der Strasse Auf der Bach“. Beim Eintreffen am Gebäude teilte uns die Bewohnerin mit, dass sie in der Kirche gewesen sei. Beim Betreten des Hauses habe sie bemerkt, dass Rauch durch die Ritzen der Küchentür drang. Sie habe die Tür nicht geöffnet und direkt die Feuerwehr alarmiert.
Christian Weyel und Dirk Olberts haben sich dann mit den Atemschutzgeräten ausgerüstet und sind in das Gebäude gegangen. Ein weiterer Trupp wurde von der Feuerwehr Westerburg gestellt, die mittlerweile eingetroffen war.
Nach kurzer Zeit war das Feuer gelöscht, jedoch war die Kücheneinrichtung nicht mehr zu retten und das Haus war voller Brandgeruch. Weiterer Schaden, auch an Personen entstand glücklicherweise nicht. Dies ist in erster Linie dem umsichtigen handeln der Bewohnerin zu verdanken. Sie hat zum Glück die Küchentür nicht geöffnet und stattdessen sofort die Feuerwehr alarmiert.
Die eigentliche Brandursache war ein nicht ausgeschalteter Elektroherd. Durch einen Hitzestau entzündeten sich Handtücher in einem oberhalb des Herdes angebrachten Schränkchen. Deshalb auch hier noch einmal die dringende Bitte einen Herd niemals über einen längeren Zeitraum unbeobachtet lassen und ihn auf jeden Fall ausschalten, wenn man das Haus verlässt.
Ein weiterer Einsatz, wenn man ihn überhaupt so nennen will, war wie alle Jahre die Begleitung des Martinszugs am 12. November.
Termine außerhalb der Gemeinde waren eher spärlich. Im März haben wir, ebenfalls wie alle Jahre wieder, am Schlachtfest der Feuerwehr Sainscheid teilgenommen.
Im April stand der Besuch des Florianstags in Westerburg im Terminkalender.
Die Feuerwehr Rothenbach feierte am 4. Juni ihr 50-jähriges Bestehen. Hier haben wir am Festkommers teilgenommen.
Die Anforderungen an die Feuerwehrleute haben sich in den letzten Jahren geändert und sind größer geworden. Speziell für die Atemschutzgeräteträger wird sich im nächsten Jahr einiges ändern. Für sie ist neben der eh schon umfangreichen Ausbildung eine sechsstufige Fortbildung vorgeschrieben.
Neben 4 theoretischen Modulen, muss eine Übung in einer gasbetriebenen Anlage durchgeführt werden. Hierfür gibt es einen umgebauten Sattelauflieger, der pro Verbandsgemeinde für einen Tag zur Verfügung gestellt wird. Die Kosten belaufen sich auf mindestens 50 ¬ pro Person.
Des Weiteren muss eine Einsatzübung im Brandhaus der Landesfeuerwehrschule in Koblenz absolviert werden. Beide Übungen werden mit großer Wahrscheinlichkeit an einem Wochentag stattfinden und bedeuten somit, dass zwei Urlaubstage geopfert werden müssen.
Aus dem Blickwinkel der Sicherheit für den Bürger, aber auch für die eingesetzten Feuerwehrleute ist diese Fortbildung sicher zu begrüßen, man darf aber nicht vergessen, dass es sich um eine Freiwillige Feuerwehr handelt.
Alle Aktiven sind bereit gewisse Risiken für ihre Gesundheit einzugehen und opfern einen Teil ihrer Freizeit. Werden die Anforderungen und der Zeitaufwand allerdings zu groß, wird es immer schwerer Leute zu finden bzw. zu behalten, die bereit sind zur Feuerwehr zu gehen.
Ich kann daher nur davor warnen, die Anforderungen zu überziehen. Es muss ein Mittelweg zwischen notwendiger Sicherheit und dem Gedanken der Freiwilligkeit gefunden werden.
Für diese Jahr ist wieder eine Großübung an der ICE-Strecke vorgesehen.
Die Bahn ist allerdings nicht bereit, dafür auch nur einen Zug ausfallen zu lassen, was bedeutet, dass die Übung zwischen 1 und 4 Uhr nachts durchgeführt werden muss. Ob wir ebenfalls beteiligt sind, steht noch nicht fest.
Im Haushalt der Verbandsgemeinde ist für 2005 lediglich die Anschaffung eines Fahrzeugs für Obersayn sowie die Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze vorgesehen. Diese wird an die Wehr ausgeliefert, deren Pumpe zu erst kaputt geht. Weitere nennenswerte Dinge sind nicht vorgesehen.
Abschließend noch ein Hinweis für unsere Alterskameraden. Am 17.06. wird ein gemeinsamer Ausflug nach Essen und Bochum mit Museumsbesuch und Schifffahrt stattfinden.
Wehrführer
