Richtiges Verhalten bei Sturm

Wind, Sturm und Orkan - Tips der Feuerwehr!
Direkte Sturmschäden betreffen vor allem abgedeckte Dächer und umgestürzte Bäume sowie herabgefallene Äste. Häufig stürzen auch große Werbetafeln um und im Sommer knickt so manche Markise bei einer plötzlichen Boe ab.
Versicherungen übernehmen Sturmschäden ab Windstärke 8. Die Hausratversichrung zahlt dabei Schäden an Gegenständen, die sich in der Wohnung beziehungsweise im Gebäude befinden. Dagegen deckt die Wohngebäudeversicherung die Schäden am Gebäude ab, sofern Sturm mitversichert ist. Wer allerdings Türen und Fenster offen lässt, handelt fahrlässig und " geht leer aus".Die Betroffenen sind verpflichtet, den Schaden möglichst gering zu halten.
Hat der Wind beispielsweise ein Dach abgedeckt und es regnet in die Wohnung, müssen die Möbel geschützt und in Sicherheit gebracht werden. Besonders wirkungsvoll ist es bei Sturmwarnung, die Rollläden an allen Fernstern komplett herunterzulassen. Ein halb geschlossener Rollladen kann durch starken Wind ausgehebelt werden. Möbel und Blumenkästen auf Balkon oder Terrasse sollten gut gesichert oder in den Keller gestellt werden. Auch am Haus angebrachte Markisen, Satellitenschüsseln und leichte Vordächer sind bei Sturm gefährdet: Deshalb ist es sinnvoll, im Herbst zu überprüfen, ob alles ausreichend befestigt ist oder ob sich Schrauben gelockert haben. Dasselbe gilt für Dachziegel.
Sie können den Schaden jedoch begrenzen und einige Massnahmen zu Ihrem eigenen Schutz ergreifen:
- Lassen Sie Baumbestand regelmäßig vom Fachmann "herunterschneiden".
- Überprüfen Sie bei Sturmwarnungen Rollläden an den Fernstern, Möbel und Blumenkästen auf Balkon oder Terrasse, Markisen, Satellitenschüsseln und leichte Vordächer auf Sturmsicherheit.
- Lassen Sie vom Dachdecker Ihr Dach überprüfen.
- Parken Sie ihr Auto nicht unter Bäumen.
- Halten Sie sich von Gerüsten und Hochspannungsleitungen fern.
- Verlassen Sie bei solch extremen Wetterereignissen das Haus nach Möglichkeit nicht, da es zu Gefahren durch umherfliegende Gegenstände, umstürzende Bäume oder Gerüste oder abgerissene Stromleitungen kommen kann.
- Schützen Sie Keller und Niedergänge rechtzeitig vor eindringendem Wasser, wenn Überflutungsgefahr besteht.
- Schließen Sie Türen und Fenster und bringen Sie lose Gegenstände ins Haus
- Achten Sie darauf, dass Rückschlagventile im Keller funktionsfähig sind.
- Meiden Sie Wälder und Alleen – nicht nur während, sondern auch nach dem Orkan. Instabile Bäume und herabfallende Äste gefährden Sie auch in den Stunden danach.
- Rüsten Sie sich für einen eventuellen Stromausfall mit Taschenlampen und batteriebetriebenen Rundfunkgeräten.
- Bei Autofahrten mit umgestürzten, auf der Fahrbahn liegenden Bäumen und Ästen rechnen.
- Halten Sie sich von beschädigten Leitungen fern!
- Die Notrufnummer 112 nur für wirkliche Notfälle benutzen. Schäden, von denen keine unmittelbare Gefahr ausgeht, können auch nach dem Unwetter gemeldet werden.
So kann die Feuerwehr helfen:
- Sollten Sie im Schadensfall mit der Behebung überfordert sein, kann Ihnen die Feuerwehr helfen, sofern kein gewerbliches Unternehmen erreichbar ist. Rufen Sie den Feuerwehr-Notruf (112) an.
- Die Feuerwehr rückt jedoch nur aus, wenn eine unmittelbare Gefahr für die Betroffenen besteht. Das ist z.B. der Fall bei: Baum auf Straße oder Haus. Unmittelbare Gefahr besteht nicht, wenn z.B. ein Ast auf Ihrem Grundstück liegt. Hierbei würde es sich um einen gebührenpflichtigen Einsatz handeln.
- Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Feuerwehr bei Grossschadenslagen erst mit Verzögerung helfen kann.
Weitere vorbereitende Maßnahmen zur Gefahrenabwehr können derzeit nicht getroffen werden. Die Bevölkerung sollte jedoch aufgrund der Unwetterwarnung im eigenen Wohnumfeld folgende Empfehlungen - auch auf Weisung des Deutschen Wetterdienstes - beherzigen:
- Türen und Fenster in Wohnungen schließen / lose Gegenstände im Haus deponieren, anderes wie z.B. Rolläden herunterlassen oder befestigen.
- Menschen sollten sich in geschlossenen Räumen aufhalten, um nicht durch umherwirbelnde Gegenstände verletzt zu werden
- Fahrzeuge in der Garage abstellen (so vorhanden),
- Fahrzeuge möglichst nicht unter Bäumen parken - Bäume auch selbst generell während des Sturms meiden
- Für Fahrzeuge: Geschwindigkeit und Fahrweise den Wetterverhältnissen anpassen - bei Sturm möglichst nicht fahren.
- von Gerüsten und herabhängenden Stromleitungen fernhalten
- lose Stellwände, Sonnenschirme, weitere „leichtere Utensilien“ im Außenbereich des Wohnumfeldes sicher im Haus unterbringen oder fest verschnüren
- alle Bürger/innen, die bei außergewöhnlich starken Regenereignissen bereits Wasser im Keller / anderen Räumlichkeiten hatten, sollten sich auch hier vorbereiten und ggfls. Teile freiräumen, insbesondere keine wertvollen Gegenstände auf dem (Keller-)Boden belassen.
- Bauunternehmer sollten ihre Baustelleneinrichtungen sichern, windfangende Planen entfernen und für maximale Sicherheit am Bauwerk sorgen.

Für den Fall der Fälle, dass nach Abebben des Sturms im Außenbereich Hand angelegt werden muss, bitte im Vorfeld bereits Vorsorge treffen:
- Funktionsfähigkeit von Taschenlampen im Haushalt prüfen
- Funktionsfähigkeit eines batteriebetriebenen Radios (Unwettermeldungen bei Stromausfall) prüfen
- Entstandene Schäden von Dachbedeckungen entfernen
- Im Vorfeld bereits prüfen, ob morsche Bäume oder Äste im privaten Baumbestand existieren, notfalls früh beseitigen
- Erste Hilfe-Material für den Fall einer Verletzung im Wohnumfeld im Haus?
Sollten sich besondere Gefahrensituationen - etwa ein umgestürzter Lkw mit Gefahrgut - ergeben, sollte die Bevölkerung auf das Sirenensignal achten (Sirenensignal: 1 Minute Heulton). Damit können zumindest die Teile der Bevölkerung, die in den Beschallungsradien der vorhandenen Sirenen liegen, gewarnt werden.
