Jahresberichte

Bericht des Wehrführers für das Jahr 2003


Liebe Feuerwehrkameraden,
meine Damen und Herren!

Nun der Bericht zum abgelaufenen Jahr aus Sicht der Aktiven. Dabei möchte ich mich auf das Wesentliche beschränken.

Bis auf wenige Ausnahmen haben wir uns monatlich zu einer Übung getroffen. Dank unseres Nachwuchses waren immer ausreichend Leute vorhanden, so dass auch im vergangenen Jahr keine Übung mangels Masse ausfallen musste.

Ich möchte an dieser Stelle einmal die Gelegenheit nutzen und mich gerade bei den Nachwuchsleuten für ihre Engagement bedanken. Wenn irgend möglich sind sie anwesend und auch für Aufgaben außerhalb der Übungen immer ansprechbar. Ich bitte Euch, behaltet diesen Aktivismus auch in der Zukunft bei.

Zur Abrundung des Bereichs Übungen bleibt noch zu erwähnen, dass wir am 29.11. bei strömendem Regen die Abschlussübung durchgeführt haben. Brandobjekt war die Scheune von Gottfried Jung und Wasserentnahme aus dem Hydrant im Pfarrhof.
Da, wie bei einer Freiwilligen Feuerwehr üblich, immer eine etwas andere Zusammensetzung anwesend ist, tauchen auch immer wieder leichte Mängel auf, so dass die monatlichen Übungen unerlässlich sind.
Aber auch die Teilnahme an Lehrgängen ist unerlässlich und der Wille in der Freizeit an solchen Lehrgängen teilzunehmen ist glücklicherweise sehr groß. So haben Mark Segert und Stefan Frankenbach am Truppmann- und Martin Wengenroth am Truppführerlehrgang teilgenommen. Christian Weyel, Martin Wengenroth und Dirk Olberts haben die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger erfolgreich abgeschlossen. Damit verfügen wir zum erstenmal seit Jahren wieder über eine ausreichende Anzahl an Atemschutzgeräteträgern.

Dass aus Übungen auch ein Einsatz werden kann, zeigte sich im vergangenen Jahr gleich mehrmals.

Der erste Einsatz war am 21.01. bei der Fa. Griwe in Sainscheid. Hier war es aufgrund der feuchten Witterung zu starkem Wassereinbruch, speziell in einem Hallenneubau, gekommen. Ferner drohte ein aufgebauter Kran wegen des aufgeweichten Bodens umzustürzen. Mehrere Wehren sowie das Technische Hilfswerk waren fast eineinhalb Tage im Einsatz um schlimmeres zu verhindern.

Am 22. März kam es gegen 19.30 Uhr zu einem Verkehrsunfall zwischen Gemünden und Berzhahn. Da die Leitstelle Montabaur Berzhahn alarmiert hatte, wurden wir als Nachbarwehr automatisch mitalarmiert. Bei unserem Eintreffen war auch Westerburg bereits vor Ort, sodass wir nicht mehr gebraucht wurden.

Um ca. 15.30 Uhr am 27. April wurden wir zu einem Wohnungsbrand an der Gauklermühle gerufen. Aus allen Ritzen des Gebäudes drang dichter Rauch und sämtliche Türen und Fenster waren verschlossen.

Ein Nachbar behauptete, dass die Frau weggefahren sei, er wisse aber nicht, ob sie die Kinder mitgenommen habe. Wir haben die Eingangstür aufgebrochen und sind mit Unterstützung der inzwischen eingetroffenen Westerburger Wehrleute unter Atemschutz in das Haus eingedrungen.

Während ein Trupp das Feuer im Wohnzimmer relativ schnell unter Kontrolle hatte, suchte ein weiterer Trupp die Wohnung nach Personen ab. Zum Glück befanden sich niemand im Gebäude, denn das wäre aufgrund der starken Rauchentwicklung nicht gut ausgegangen.

Sowohl der Brandschaden als auch der Schaden durch den Rauch waren schon beträchtlich, so dass das Gebäude über längere Zeit unbewohnbar war.

Damit war das erste Halbjahr noch nicht abgeschlossen. Am 21. Mai hatte ein Fahrzeug eine Ölspur vom vorderen Teil der Bornstraße bis fast nach Wengenroth gelegt. Diese galt es abzustreuen und zu beseitigen.
Ein weiterer Einsatz, wenn man ihn überhaupt so nennen will, war wie alle Jahre die Begleitung des Martinszugs.

Termine außerhalb der Gemeinde waren eher spärlich. Im März haben wir, ebenfalls wie alle Jahre wieder, am Schlachtfest der Feuerwehr Sainscheid teilgenommen.

Die feierte Ende Juli über mehrere Tage ihr 100-jähriges Jubiläum. Höhepunkt war sicherlich der Auftritt der Klostertaler in einem total ausverkauften Zelt. An den offiziellen Terminen wie Kommers und Umzug haben wir mit einer Delegation teilgenommen.

Am 4. Mai stand der Besuch des Florianstags in Westerburg im Terminkalender.

Wo wir gerade beim Thema Feiern sind. Auch bei uns wurde gefeiert. Am 27. Juli fand unser alljährliches Grillen statt. Bei gutem Wetter, gutem Besuch und ausreichend zu Trinken gab es meist zufriedene Teilnehmer.

Ebenfalls zufriedene Teilnehmer gab es bei der Feier der Alterskameraden. An dieser Veranstaltung, die diesmal von der Wehr aus Hergenroth organisiert wurde, können alle ehemaligen Aktiven teilnehmen die das sechzigste Lebensjahr überschritten haben. Auch unsere Wehr wird in den nächsten Jahren einmal diese Feier durchführen müssen.
Auf der Ebene der Verbandsgemeinde haben sich für die Feuerwehr kaum Änderungen ergeben. Der neue Wehrleiter Eddie Eulberg hat sich nach anfänglicher Euphorie beruhigt und seine Aktivitäten auf ein normales Maß zurückgefahren.

Der neu gegründete Beschaffungsausschuss mit Vertretern der einzelnen Wehren hat lediglich einmal getagt.

Mehr Treffen waren in diesem Fall auch nicht nötig, denn der Haushalt der Verbandsgemeinde enthält keinen Ansatz für die Feuerwehren. Das bedeutet, das lediglich die Anschaffungen aus 2002 noch abgewickelt werden, es aber zu keinen neuen Bestellungen kommt. Was die Ausstattung unserer Wehr betrifft, so können wir dieses Jahr sicherlich problemlos überstehen.

Bei meinem letzten Bericht hatte ich dargestellt, das der Wehrleiter die Beschaffung eines Einsatzleitfahrzeuges anstatt eines TSF für Hergenroth durchgesetzt hatte.
Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Hergenroth hat zwar immer noch kein TSF, aber die Anschaffung des Einsatzleitfahrzeuges wurde aufgrund der hohen Kosten ebenfalls vorläufig verschoben. Irgendwie muss da jemand oder etwas schief gelaufen sein.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass in Hintermühlen ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt wurde und die Fahrzeuge für Guckheim und Gemünden bereits ausgeliefert sind. Unser Auto hat mittlerweile auch schon weit über zwanzig Jahre auf dem Buckel, aber der Allgemeinzustand ist noch relativ gut und ein neues Fahrzeug ist wegen der finanziellen Lage der Verbandsgemeinde nicht in Sicht.

Zum Abschluss meiner Ausführungen möchte ich noch an eine besondere Übung im abgelaufenen Jahr erinnern. Anlässlich unserer Jubiläumsfeier haben wir am 7. September eine Großübung durchgeführt.

Brandobjekt war, wie ihr ja alle wisst, die Halle der Fa. Stahl. Ich möchte die Gelegenheit hier nutzen und mich nochmals bei Günther u. Andreas Stahl für die Überlassung bedanken.

Angenommen war ein Vollbrand des Daches und ein teilweiser Einsturz der Decke. Mehrere Personen waren vermisst.

In der Halle hatten wir unsere Jugendfeuerwehr als Verletzte versteckt.

Zum Einsatz kamen insgesamt neun Wehren. Um ein größeres Chaos bei der Anfahrt zu vermeiden, wurden die Wehren quasi nach Bedarf alarmiert um dann auch separate Förderstrecken für Löschwasser aufzubauen. So wurden z.B. zwei Strecken vom Elbbach, Bereich Manfred Brecher, bis zur Halle aufgebaut.

Die meiste Arbeit hatten wohl die rund 30 Atemschutzgeräteträger. Sie mussten abwechselnd in kleinen Gruppen die Halle nach Verletzten durchsuchen und diese dann nach draußen bringen.

Die Einsatzleitung lag beim stv. Wehrleiter Michael Wisser und bei mir. Für mich war dies sehr lehrreich, denn es ist gar nicht so einfach neun Wehren per Funk unter Kontrolle zu halten.
Zwar traten bei einzelnen Wehren und beim Zusammenspiel aller einige Mängel auf, aber dafür werden solche Übungen ja durchgeführt, dass man in einem Einsatzfall diese Fehler vermeidet. Nach übereinstimmender Meinung aller kann diese Großübung als gelungen angesehen werden.

Ich glaube es ist nun Zeit mit meinem Bericht zu Enden. Ich bedanke mich für euer zuhören und stehe natürlich für Rückfragen zur Verfügung.

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